Die Gerüstbaustelle: Befähigte Person – Qualifikation statt Titel

Heute: Befähigte Person – Qualifikation statt Titel

Der Gerüstbaubetrieb von Herbert Stäblein ist in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz gut aufgestellt. Um als Unternehmer die an ihn per Gesetz und Verordnung gestellten Anforderungen einer hinreichenden Arbeitsschutzorganisation leichter erfüllen zu können, nutzt er das Arbeitsschutzportal „Sicherheit mit basISS-Net“ in Verbindung mit dem Arbeitsschutzsiegel „ASS-Gerüstbau“ von Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau. Unterstützung bekommt er somit auch, wenn es darum geht, Qualifikationen für die Auswahl und die Beauftragung von Mitarbeitern sicher im Blick zu haben.

Herr Stäblein weiß, dass der in § 14 Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) verwendete Begriff einer „zur Prüfung befähigten Person“ kein feststehender Titel am Ende einer Aus- oder Fortbildungsveranstaltung ist. Vielmehr ist darunter ein Grad oder Ausdruck der Qualifikation zu verstehen, die ein Beschäftigter für die vorgesehene Prüfung eines Arbeitsmittels gemäß der Betriebssicherheitsverordnung vorweisen muss. Die Anforderungen, die an eine befähigte Person gestellt werden, ergeben sich aus § 2 Abs. 6 BetrSichV. Konkretisiert werden die Anforderungen in den Technischen Regeln für Betriebssicherheit, hier der TRBS 1203, insbesondere in Abschnitt 2 „Allgemeine Anforderungen an zur Prüfung befähigte Personen“.

Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsmittel vor ihrer Verwendung einer Prüfung nach § 14 BetrSichV unterzogen und dies ausreichend dokumentiert wird. Hiermit kann er eine zur Prüfung befähigte Person mit eindeutig abgegrenzten Prüfaufgaben beauftragen. Denn ein Arbeitsmittel muss grundsätzlich immer im Ganzen geprüft sein. Im Falle eines Schutzgerüstes, wäre z. B. das Gerüst i. V. m. einem Schutznetz nach DIN 1263 zu nennen. Gerüst und Schutznetz können natürlich zu den für sie festgelegten Zeitpunkten nach der Erstellung oder im Rahmen ihrer Prüffristen geprüft sein.
Die Anforderungen an eine zur Prüfung von Gerüsten befähigte Person, kann insbesondere der Fachregel 1 von Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau entnommen werden.

Zum grundlegenden Verständnis um die befähigte Person gehört also, dass der Arbeitgeber zunächst einen Beschäftigten nach den Anforderungen, die an eine befähigte Person gestellt werden, auswählt und die Person mit der vorgesehenen Prüfaufgabe beauftragt. Sofern die Fähigkeiten und Kenntnisse des Beschäftigten noch nicht ausreichen, kann zunächst eine weitere Qualifizierung, z.B. in Form von Schulungen und Weiterbildungen, in Betracht kommen. Erst jetzt kann der Beschäftige mit der für die Aufgabe des Prüfens eines bestimmten Arbeitsmittels ausreichenden Befähigung vom Arbeitgeber eingesetzt werden. Der Arbeitgeber kann auch externe Personen oder Unternehmen beauftragen, bleibt aber gemäß Abschnitt 2.1 Abs. 6 TRBS 1203 für die ausreichende Qualifikation und die sachgerechte Durchführung der Prüfung der jeweiligen befähigten Person verantwortlich.

Herr Stäblein kennt diese Inhalte dank Nutzung des Arbeitsschutzsiegels ASS-Gerüstbau und kann auch gegenüber Kunden oder anderen Interessierten aufklärend wirken. Ihm ist bewusst, dass die befähigte Person kein durch ein Zertifikat oder Abschlusszeugnis erworbener Titel ist, obwohl der eine oder andere Schulungsdienstleister dies so anpreist. Ähnlich verhält es sich im Übrigen mit der qualifizierten Person des Nutzers aus der TRBS 2121-1. Auch hier gibt es keine Schulung oder ein Zertifikat, wodurch der Unternehmer von der richtigen Auswahl und Überprüfung der Qualifikationskenntnisse der als "qualifiziert" eingesetzten Person "freigestellt" werden könnte.

 

 

Noch kein Mitglied?

Ihre Vorteile als Mitglied:

  • Gehör finden – durch eine starke Interessenvertretung
  • Vorsprung gewinnen – durch aktuelle Informationen und einen starken Dialog
  • Fachkräfte sichern – durch Nachwuchsgewinnung und -förderung
  • Netzwerken bilden – durch Mitgliederversammlungen und andere Veranstaltungen
  • Wissen erwerben – durch Seminare, Schulungen und Beratung
  • Preisvorteile erhalten – durch Sonderkonditionen im Verbund
  • Mehr Sicherheit erreichen – durch Zertifizierungen im Arbeitsschutz
  • Unterstützung bekommen – in allen betrieblichen Belangen durch ein hochspezialisiertes Team
Jetzt Mitglied werden