PSAgA schützt – fehlerfreie Anwendung vorausgesetzt

Gefährlich bis lebensgefährlich wird es aber dennoch, wenn man unbewusst oder sogar vorsätzlich Sicherheitseinrichtungen nicht verwendet, falsch verwendet oder sogar bewusst außer Kraft setzt. Nebenbei gesagt, gilt dies für alle Bereiche des gewerblichen und privaten Lebens, von der Küchenmaschine über den Sicherheitsgurt im Fahrzeug bis hin zur persönlichen Schutzausrüstung bei hochgelegenen Arbeitsplätzen. Hier soll aber speziell auf Fehlanwendungen der PSAgA, insbesondere des Auffanggurtes selbst, der Verbindungselemente, Vorrichtungen zur Falldämpfung und Anschlageinrichtungen eingegangen werden.

Der Auffanggurt:

Beim Anlegen eines Auffanggurtes sind unbedingt die Bedienungsanleitungen der Hersteller zu befolgen. Häufigste Fehler sind hier zum einen, die zu lockere oder zu feste Einstellung der Beinschlaufen, welche beim Sturz empfindliche Körperteile verletzen oder abschnüren, sowie das sogenannte „Hängetrauma“ begünstigen können. Zum anderen das Nichtschließen des Brustgurtes, was dazu führen kann, dass man sich bereits im Fall oder am Ende des Fallweges, vorwärts aus dem Gurt dreht und entweder ganz herausfällt oder kopfüber mit den Beinen an den Beinschlaufen hängen bleibt.

Das Verbindungselement:

Zu den Verbindungselementen gehören alle Bauteile, die zur Verbindung von Einzelkomponenten, wie z. B. Auffanggurt mit Haltegurt oder Falldämpfer mit Anschlageinrichtung usw., benutzt werden. Auch hier sind die Angaben der Hersteller zu beachten. Gefährlich wird es dann, wenn die Rohrhaken an Stellen befestigt werden, wo sie durch scharfe Kanten unter Belastung beschädigt werden oder durch Verkanten so ungünstig belastet werden, dass sie brechen. Eine weitere Ursache für das Versagen bei einem Sturz ist, dass die Haken nicht geschlossen sind, da bei einigen Modellen auch der ordnungsgemäße Verschluss Lasten aufnimmt und ein Versagen verhindert.

Speziell bei der Verwendung von Y-Gurten ist darauf zu achten, dass der unbenutzte Haken an der vom Hersteller vorgeschrieben Stelle fixiert wird. Das Einhängen an einem beliebigen Punkt des Auffanggurtes kann dazu führen, dass die Lasten nicht wie vorgesehen durch die einzelnen Komponenten des Auffangsystems abgeleitet und gedämpft werden. Hier besteht zudem die Gefahr schwerer Verletzungen, wenn sich der falsch positionierte Haken in der Kleidung oder wie bei Versuchen festgestellt, sogar in den Rumpf oder die Gliedmaßen des Verunfallten bohren kann.

Die Vorrichtungen zur Falldämpfung:

Dazu gehören textile Bandfalldämpfer und Höhensicherungsgeräte. Beide haben die Aufgabe bei der Aktivierung der PSAgA den menschlichen Körper vor Belastungen jenseits von 6 kN durch Absorbieren der Fallkräfte zu schützen. Sind diese Geräte durch mangelnde Prüfung oder Wartung in ihrer Funktion eingeschränkt oder werden sie aus welcher Motivation auch immer, gänzlich nicht verwendet, drohen schwerste bis tödliche Verletzungen. Versuche haben gezeigt, dass die Einwirkungen auf den Körper immens ansteigen. Der Sturz einer 100 kg schweren Person aus einem halben Meter Höhe, ergibt Messwerte von fast 12 kN. Dies ist das Doppelte des oben genannten Grenzwertes. Die Belastungen wachsen – den Gesetzen der Physik folgend – mit steigender Fallhöhe weiter an. Es ist deshalb unbedingt geboten, zugelassene und geprüfte Vorrichtungen zur Falldämpfung zu benutzen.

Die Anschlageinrichtungen:

Hierzu zählt alles, was zur endgültigen Einleitung der Fallkräfte in ein festes Bauwerk oder ein Bauteil dient. Dies können fest installierte Punkte sein, mobile Anschlageinrichtungen oder Anschlagpunkte eines Gerüstsystems, welche vom Gerüsthersteller als solche angegeben und nach der entsprechenden Norm nachgewiesen wurden. Zu schwerwiegenden Verletzungen kommt es dabei vor allen Dingen, wenn diese Bauteile nicht bestimmungsgemäß montiert und/oder verwendet werden. Zur bestimmungsgemäßen Montage und Verwendung, gehört die Empfehlung, sich mindestens 1 Meter über Standfläche anzuschlagen, um die Fallhöhe zu reduzieren, und sich in horizontaler Richtung in der Nähe des eigenen Standpunktes zu sichern, um eine seitliche Pendelbewegung und damit sekundäre Verletzungen einzugrenzen.

Bei den notwendigen Unterweisungen zum Tragen von persönlicher Schutzausrüstung empfiehlt es sich deshalb, nicht nur auf die bestimmungsgemäße Verwendung einzugehen, sondern auch an die Folgen von gedankenlosem oder mutwilligem außer Kraft setzen von Sicherungseinrichtungen zu erinnern. Im alltäglichen Baustellengeschehen betrifft dies im Übrigen nicht nur Sicherungen gegen Absturz, sondern alle nicht grundlos eingeführten Funktionen, Schaltungen, Absperrungen, Bauteile und Warnsignale, die Sie täglich gesund zu Ihrer Familie zurückkehren lassen. „Sei nicht hochmütig – sei höchst gewissenhaft!“

 

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