Podiumsdiskussion der UEG am 6. Juni 2018 in Köln

Am 6. Juni 2018 veranstaltete die Union Europäischer Gerüstbaubetriebe (UEG) gemeinsam mit Small Business Standards (SBS) eine Veranstaltung in Köln mit zwei Podiumsrunden zu folgenden Themen: Überarbeitung der Gerüst-Normen, z. B. der Reihen EN 12810, EN 12811, EN 12812, des CEN TC 53 und Austausch von Auszubildenden im Rahmen von Erasmus Plus sowie gemeinsame Ausbildungsstandards in Europa.

Zu Beginn, nach der Begrüßung durch den UEG-Präsidenten, Martin Angele, sprach die Direktorin von SBS, Christel Davidson, Dankesworte seitens SBS an die UEG aus für ihren starken Einsatz als eines ihrer 20 Mitglieder. Grußworte von Dagmara Chodzicka-Merken von der Europäischen Kommission folgten.

Im ersten Teil war es das Ziel herauszufinden, ob eine Überarbeitung der Normen des CEN TC 53 Sinn machen könnte. Sobald für eine Überarbeitung gestimmt wird, ist der Überarbeitungsprozess auf sechs Monate beschränkt, mit einer möglichen Verlängerung von 3 Monaten. Insofern ist es sinnvoll, sich im Vorhinein gemeinsam mit allen UEG-Teilnehmern positioniert zu haben, um lange Diskussionen in den Arbeitsausschüssen des CEN TC 53 zu vermeiden.

Der UEG/SBS-Experte, Christoph-Ludwig Bügler, erklärte zu Beginn, dass die Eurocodes auf dauerhafte Bauwerke, dauerhafte Verbindungen und große Querschnitte anwendbar sind, daher nicht auf Gerüste. Für Gerüste ist entscheidend, was sich im CEN TC 53 abspielt. Außerdem machte Christoph Bügler deutlich, dass man sich genau überlegen sollte, zu welchem Zeitpunkt die EN 12811, welche quasi die Mutternorm aller Gerüstbaunormen ist, zur Überarbeitung geöffnet werden soll.
Das Podium war mit dem deutschen, französischen, norwegischen und schwedischen Spiegelausschussmitgliedern des CEN TC 53 besetzt, welche zugleich auch Mitglieder des UEG/SBS-Spiegelausschusses sind.

Tendenziell waren sich die Experten einig, wohl überlegt und gut vorbereitet in eine solche Überarbeitung einzusteigen und dass dafür eine längere Vorbereitungszeit benötigt wird.

Im zweiten Teil ging es um den Austausch von Auszubildenden im Gerüstbauer-Handwerk, insbesondere im Rahmen von Erasmus Plus sowie und um gemeinsame Ausbildungsstandards in Europa.

Den Einführungsvortrag hielt Dr. Christian Sperle vom Zentralverband des Deutschen Handwerks. In seiner sehr lebhaften und informativen Rede zeigte er auf, wie dieses Thema von Jahr zu Jahr mehr an Bedeutung gewinnt und informierte über verschiedene Fördermöglichkeiten eines Austausches. Hoch erfreut berichtete er, dass in der vorhergehenden Woche auf europäischer Ebene entschieden wurde, dass das Budget von 14,7 Milliarden auf 30 Milliarden erhöht werden soll.

Peter Kahl, der Leiter des Bildungszentrums der Handwerkskammer Dortmund, der gerade gemeinsam mit dem norwegischen Mitglied der UEG einen Austausch mit zwei norwegischen Auszubildenden plant, konnte von den bürokratischen Hürden, denen man bei der Planung eines solchen Austausches und den Anträgen auf Fördermitteln ausgesetzt ist, berichten.

Lene Fjeldsbø, Erasmusplus-Beauftragte war aus Norwegen angereist. Sie ist in das Pilotprojekt, das über das Gerüstbauausbildungszen-trum Dortmund und dem norwegischen UEG-Mitglied stattfinden wird, involviert und hat bereits mit der UEG das Ausbildungszentrum besucht.

Rebecca Hof, die Mobilitätsbeauftragte von der Handwerkskammer Düsseldorf, erklärte, wie die finanzielle Unterstützung bei einem Austausch ausfallen kann und inwiefern sie individuell in konkreten Situationen, denen die Auszubildenden gegenüber gestellt sind, Hilfe leisten kann.

In der Diskussion mit den Teilnehmern zeigte sich, dass reges Interesse an dem Thema bestand. Des Weiteren ist deutlich geworden, dass der erste Schritt für eine Annäherung an ein gemeinsames europäisches Trainingsniveau der Austausch von Auszubildenden ist.

Zuletzt noch ein nützlicher Link zum Thema:
www.berufsbildung-ohne-grenzen.de

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