Der Trend hält an: Zahl der Arbeitsunfälle auf dem Bau geht weiter zurück

Grafik Unfallzahlen der aktuellen Unfallzahlen der BG BAU
© BG BAU

2025 wurden in der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen 89.113 Arbeitsunfälle registriert. Damit wurde erstmals die Schwelle von 90.000 Fällen unterschritten. Im Vorjahr waren es noch 91.813 gewesen, was einem Rückgang um 2,9 Prozent entspricht. Auch die Unfallquote ging zurück. Sie gibt an, wie viele Arbeitsunfälle pro 1.000 Vollbeschäftigte auftreten. Im Jahr 2025 lag sie bei 42,95 nach 43,76 im Vorjahr.

„Die Unfallzahlen sinken kontinuierlich. 2025 wurden uns fast 15.000 Arbeitsunfälle weniger gemeldet als noch vor fünf Jahren. Das freut uns und zeigt, dass Prävention wirkt“, betont Björn Kass, neuer Präventionsleiter der BG BAU. 

Ebenfalls gesunken ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle. So kamen im vergangenen Jahr 74 Menschen durch einen Arbeitsunfall am Bau ums Leben – vier weniger als im Vorjahr. Auch hier weist der mittelfristige Trend nach unten: 2020 wurden noch 97 tödliche Unfälle registriert.

Sorgen macht Björn Kass hingegen das Thema Berufskrankheiten. Hier stieg die Zahl der Verdachtsanzeigen im Jahr 2025 auf 22.102 an, was einem Plus von 4,9 Prozent entspricht. Seit 2021 hat sich die Zahl der Anzeigen damit um rund 34 Prozent erhöht. Das mache deutlich, dass Prävention über die Vermeidung akuter Unfallgefahren hinausgeht. „Entscheidend ist, Belastungen frühzeitig entgegenzuwirken – etwa bei körperlichen Belastungen oder beim Umgang mit Gefahrstoffen“, so der Präventionsleiter.

Bei den Gefahrstoffen steht derzeit das Thema Asbest im Fokus. 291 Versicherte starben 2025 an einer durch Asbest verursachten Erkrankung. Diese sind damit die häufigste Ursache für Todesfälle durch Berufskrankheiten in den Bauberufen. Zugleich nimmt die Ende 2024 und 2025 novellierte Gefahrstoffverordnung die Bauberufe beim Thema Asbest stärker in die Pflicht.

Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau begrüßen die erneut gesunkenen Unfallzahlen. „Seit vielen Jahren unterstützen wir unsere Mitglieder beim Thema Arbeitsschutz – mit Veranstaltungen und Seminaren, wie zum Beispiel den Eigenüberwacherschulungen, sowie dem eigenen Arbeitsschutzsiegel ASS-Gerüstbau“, betont Geschäftsführerin Sabrina Luther. „Unser kommendes Groß-Seminar rückt den Arbeitsschutz ebenfalls in den Fokus.“

Auch beim Thema Asbest leisten Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau regelmäßig Aufklärungsarbeit. „Ich möchte an dieser Stelle noch einmal auf die Schulungen hinweisen, die Gerüstbaubetriebe bis Ende 2027 absolvieren sollten“, betont Luther. Sämtliche Details hierzu finden Sie hier.

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