„Erstes wichtiges Signal“ – Reaktionen auf das Wachstumschancengesetz

Nach einer monatelangen Hängepartie hat der Bundesrat zuletzt endlich grünes Licht zum Wachstumschancengesetz gegeben. „Gut, aber nicht genug“, lassen sich die Reaktionen aus dem Handwerk zusammenfassen.
„Die nun beschlossene degressive AfA für Wohngebäude und die Sonderabschreibung für den Mietwohnungsneubau setzen entscheidende, aber längst überfällige Impulse für die Zukunftsbranche Bau“, betont der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in einem Statement. Da zugleich aber weitere wichtige Maßnahmen im Vermittlungsausschuss gestrichen wurden, bleibe die Weichenstellungen des Gesetzes insgesamt nur halbherzig. „Dies betrifft insbesondere die lang angekündigte Prämie für Investitionen in die Energieeffizienz sowie die Erhöhung der Grenzen für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter, die zusätzlich zur steuerlichen Entlastung auch einen Teil der bürokratischen Belastung reduzieren würde“, so der ZDH.
Ähnlich äußert sich der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB): Das Gesetz samt der degressiven AfA werde dem Wohnungsbau einen dringend benötigten Wachstumsimpuls gebe, sagte Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. Die Entlastungen müssten aber Hand in Hand gehen mit weiteren Maßnahmen. „Dazu gehört, die Förderprogramme auf den EH 55-Standard auszurichten und sie so auszustatten, dass sie auch ein Jahr lang verfügbar sind. Zusätzlich muss die große Novelle des Baugesetzbuches endlich umgesetzt werden. All dies kann einen echten Unterschied machen, dass Deutschland wieder mehr Wohnungen baut“, so Pakleppa.
Auch Marcus Nachbauer, Bundesinnungsmeister und Vorsitzender des Bundesverbands Gerüstbau, wertet das Gesetz als „ein erstes wichtiges Signal“, das für mehr Investitionssicherheit im Wohnungsbau sorgen werde. Die beschlossenen Maßnahmen reichten aber nicht aus. Konkret nennt Nachbauer hier ebenfalls das Thema Energiestandard. „Die Förderprogramme müssen auf den EH 55 Standard ausgerichtet werden. Dafür setzen wir uns ein.“