Feier in Krisenzeiten: Bundesvereinigung Bauwirtschaft wird 25 Jahre alt

Felix Pakleppa und Marcus Nachbauer schneiden den BVB-Geburtstagkuchen an
© Claudius Pflug

In einem Impulsvortrag berichtete der baupolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jan-Marco Luczak, aus der aktuellen Plenardebatte zum Gebäudemodernisierungsgesetz. Die Bundesregierung werde starre Vorgaben korrigieren und vor allem technologieoffene Leitplanken setzen mit dem Ziel, zusätzliche Investitionsanreize zu schaffen.

Anschließend diskutierten Luczak, der stellvertretende wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Helmut Kleebank, der Grünen-Bundestagsabgeordnete Alaa Alhamwi sowie der Präsident des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima, Michael Hilpert, über die aktuellen Herausforderungen der Bau- und Ausbaubranche vor dem Hintergrund des geplanten Gesetzes. Zudem ging es um die Frage, wie eine höhere Sanierungsquote zu erreichen ist.

Zum Abschluss berichtete Christian Gaebler (SPD), Berliner Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, von der Sonder-Bauministerkonferenz.

Im schönen Ambiente des Dieselhauses wurden im Anschluss die Gespräche mit den Vertretern der Bauverbände vertieft und die 25jährige Vereinigung festliche gewürdigt.

Bereits am Vormittag hatte die BVB in einer Pressekonferenz zur aktuellen konjunkturellen Lage Stellung genommen. „Wir blicken auf ein Jahr, in dem die zarten Erholungssignale des vergangenen Jahres jetzt auf eine neue Belastungsprobe von außen treffen. Der Umsatz hat sich stabilisiert, aber von einem Ende der Talsohle kann noch keine Rede sein", betonte der Vorsitzende der BVB, Bundesinnungsmeister Marcus Nachbauer.

Seit Ende Februar hätten der Nahost-Konflikt und die zeitweise Sperrung der Straße von Hormus die Energie- und Rohstoffmärkte erfasst. Bitumen, Zement, Kunststoffe und Diesel seien binnen Wochen spürbar teurer geworden – gut drei Viertel der Betriebe meldeten höhere Materialpreise.

Besonders kritisch bewerten die BVB-Verbände die Entwicklung im Wohnungsbau. 2025 wurden lediglich rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt – der niedrigste Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. Dem steht ein jährlicher Bedarf von rund 400.000 Wohnungen gegenüber. „Der Wohnungsbau muss endlich wieder in Gang kommen“, forderte Nachbauer. „Die Voraussetzungen dafür sind bekannt und müssen jetzt konsequent umgesetzt werden.“

Konkret fordert die BVB etwa die Verlängerung und den Ausbau der KfW-Förderung, zeitlich befristete Sonderkonditionen, um den Bauüberhang von rund 453.000 genehmigten, aber noch nicht begonnenen Wohnungen zu mobilisieren. Auch solle die bis 2029 befristete Sonder-AfA an den EH 55-Standard gekoppelt werden, um vor allem den Mietwohnungsbau zu revitalisieren.
Zudem fordert die Bauwirtschaft eine schnellere Umsetzung der angekündigten Infrastrukturinvestitionen. Marcus Nachbauer: „Die Koalition hat versprochen, dass sich die Kräne drehen und die Bagger rollen. Straßen, Brücken und Bahnhöfe, Kindergärten und Schulen sollen endlich modernisiert werden. Wenn dieses Versprechen noch in dieser Legislaturperiode eingelöst werden soll, ist jetzt entschlossenes Handeln gefragt. Die Bauwirtschaft hat das Potenzial, dieses Land aus der Stagnation zu führen – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die Aufgaben sind groß und sie dulden keinen Aufschub.“

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