Infektionsschutz auf Baustellen – aber bitte mit Augenmaß

Die vierte Corona-Welle ist da und die Inzidenzen sind auf Rekordhöhe angestiegen. Die Bau-wirtschaft appelliert an die Beschäftigten und Unternehmen, sich strikt an die Coronaregeln zu halten. Denn dabei müsse vor allem eines, nämlich ein neuer Lockdown vermieden werden. Doch bei allen Überlegungen sollten die geplanten Maßnahmen auch mit Augenmaß getroffen werden. Gefordert werden deshalb praktikable Regelungen, die auf den Baustellen auch wirklich durchführbar sind.
Als Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft unterstützt Marcus Nachbauer, Bundesinnungsmeister und Präsident des Bundesverbands Gerüstbau, grundsätzlich die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. „Auch wir treten seit Ausbruch der Pandemie für ein hohes Maß an Sicherheit für unsere Beschäftigten ein. Aber wir fordern Maßnahmen mit Augenmaß“, so Nachbauer. Er befürchtet allerdings, dass eine Kontrolle der 3G- oder 2G-Regel bei nicht stationären Bereichen gar nicht möglich sei. Auch sei nicht bekannt, dass es auf den Baustellen große Corona-Ausbrüche gegeben hätte. Und was soll mit Mitarbeitern geschehen, die Tests und Impfungen ablehnen?
Unterstützung und zielgerichtete Information gegen steigende Inzidenzen
Nun brachte das Bund-Länder-Treffen am 18. November etwas mehr Planbarkeit in die Pandemiebekämpfung. Die politischen Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene haben sich endlich auf eine länderübergreifend an einheitlichen Schwellenwerten orientierte Pandemiebekämpfung und auf eine daran ausgerichtete Corona-Eindämmungspolitik verständigt. Das war angesichts dramatisch steigender Infektions- und Hospitalisierungsraten auch höchste Zeit, um nicht nur den Gesundheitsschutz in diesem Land zu gewährleisten, sondern auch den Betrieben die notwendige Planungssicherheit darüber zu geben, unter welchen Bedingungen sie in den kommenden Wochen arbeiten können.
Es ist gut, dass sich Bund und Länder für die Anwendung der 2G- oder 2G+-Regeln nun auf einen einheitlichen Wert verständigt haben. Außerdem ist zu begrüßen, dass sich Bund und Länder verpflichtet haben, die Impfanstrengungen deutlich zu verstärken und auszuweiten und jedem, für den die Ständige Impfkommission eine Booster-Impfung empfiehlt, ein entsprechendes Angebot zu machen. Denn Gesundheits- und in dieser Lage Impfschutz ist immer auch Betriebeschutz.
Artikel in der WELT: https://www.zdh.de/presse/veroeffentlichungen/interviews-und-statements/lassen-sie-sich-zu-ihrem-und-zum-betriebe-schutz-impfen/