Mit Benefits gegen den Bewerbermangel? Aktuelle Studie zu Stellenanzeigen für Azubis

Symbolbild für Arbeitgeberleistungen wie Weihnachtsgeld

Jobticket, Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen – wenn es darum geht, das eigene Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber darzustellen, betonen Unternehmen gerne die freiwilligen Zusatzleistungen. Zuletzt, so die Autoren der Studie, lässt sich ein regelrechter Benefit-Boom in Stellenanzeigen verzeichnen. So wurden Zusatzleistungen 2025 in Online-Anzeigen drei- bis viermal so häufig genannt als noch sechs Jahre zuvor. Dies betrifft auch Inserate für Ausbildungsplätze.

Aber machen Benefits tatsächlich den Unterschied? Machen sie ein Unternehmen als Arbeitsgeber attraktiv? Zumindest was Ausbildungsplätze betrifft, setzt die Studie hier ein deutliches Fragezeichen. Laut einer repräsentativen Umfrage unter Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren rangieren finanzielle Benefits bei der Wahl des Ausbildungsplatzes nur auf Platz 7 von 11. Auch im aktuellen Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) gaben lediglich knapp 17 Prozent der befragten Azubis an, dass betriebliche Zusatzleistungen für sie bei der Wahl ihres Ausbildungsbetriebs von Bedeutung waren.

Was also macht eine Ausbildungsstelle tatsächlich für die Zielgruppe attraktiv? Laut Bertelsmann-Studie sind das vor allem drei Punkte: ein gutes Betriebsklima, spannende Aufgaben während der Ausbildung sowie gute Übernahme- und Gehaltsaussichten nach der Ausbildung.

Welche Punkte sollte eine Anzeige für einen Arbeitsplatz demnach enthalten? An erster Stelle sollte hier eine Beschreibung der konkreten Tätigkeiten stehen, die die Jugendlichen in der Ausbildung erwarten. Ebenso wichtig sind Informationen zur Höhe der Ausbildungsvergütung, zu den Arbeitszeiten sowie zum Standort des Unternehmens bzw. zum eigenen Arbeitsort. Auch eine authentische Beschreibung der Unternehmenskultur und vorhandener Unterstützungsangebote für Azubis sowie ein Hinweis auf Übernahmechancen nach der Ausbildung inklusive eines möglichen Gehalts sollten nicht fehlen.

Sind Benefits also völlig unwichtig? Nicht ganz, so die Autoren der Studie. Sie sollten vielmehr Teil einer Gesamtstrategie sein – und abgestimmt auf die Bedürfnisse der jungen Generation. So wünschen sich immerhin vier von zehn Jugendlichen Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge, diese werden aber nur in jeder fünften Anzeige erwähnt. Bietet ein Ausbildungsbetrieb seinen Azubis keine betriebliche Altersvorsorge an, könnte der Verweis auf entsprechende Angebote für ausgebildete Fachkräfte, also für die Zeit nach der Ausbildung, dazu beitragen, die Ausbildungsstelle attraktiver zu machen.

Auch das Thema Fort- und Weiterbildung ist jungen Leuten wichtig. Hier könnten Ausbildungsanzeigen durch die Bewerbung zusätzlicher Weiterbildungsangebote nach Abschluss der Ausbildung attraktiver werden.

Möchten Sie die gesamte Studie nachlesen? Sie ist online verfügbar und kann hier heruntergeladen werden.

 

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