Positive Fehlerkultur als Schlüssel zur Prävention

Aus Fehlern kann man lernen – diese Weisheit gilt schon seit der Entstehung des Menschen. Wäre der Mensch nicht grundsätzlich in der Lage, die gemachten Fehler zu analysieren, aufzuarbeiten und Positives von Negativem zu unterscheiden, hätten wir uns nicht kulturell und technologisch so stark entwickeln können. Aber was bedeutet diese Erkenntnis für unser tägliches Handeln, insbesondere auch in der Arbeitswelt und dort besonders dem Arbeits- und Gesundheitsschutz? Wie hilft positive Fehlerbewältigung den Gedanken der Prävention besser zu vermitteln?

Zunächst müssen wir feststellen, dass wir Fehler im zwischenmenschlichen Umgang, bei technologischen Prozessen, aber auch im Verhalten des Arbeitsschutzes machen können. Um uns in allen drei Bereichen verbessern zu können müssen wir es schaffen, eine positive Herangehensweise an den Umgang mit Fehlern zu lernen.

Man spricht dann von einer positiven Fehlerkultur. Es ist offenbar für beide Seiten unangenehm über gemachte Fehler und deren Folgen zu sprechen. Der Unternehmer oder dessen Führungskräfte haben dabei nicht selten das gleiche schlechte Gefühl wie auch der Beschäftigte, der den Fehler gemacht hat. Aber machen Fehler nur Beschäftigte? Für den, der ehrlich sich selbst gegenüber ist, lautet die Antwort ganz klar: Nein.

Wie fördert man die positive Fehlerkultur?

Sind Führungskräfte in der Lage mit eigenen Fehlern offen umzugehen und diese auch gegenüber den Beschäftigten einzugestehen, signalisieren sie, dass Fehler zu machen nichts Schlimmes ist. Dazu gehört auch, dass man Beschäftigte lobt, wenn sie Fehler melden oder zugeben. Nicht, weil man sie gutheißt, aber man akzeptiert sie, da sie mit gewisser Wahrscheinlichkeit hin und wieder eintreten. Möchte man Prozesse in seinem Unternehmen positiv gestalten, also Veränderungen jeglicher Art umsetzen, werden sich zu Anfang Fehler sogar häufen und helfen, den Prozess zu entwickeln.

Erfolgreiche Veränderungen können also nur dann umgesetzt werden, wenn Firmenleitung, Führungskräfte und Beschäftigte ein gemeinsames Ziel haben und auch bei Fehlern transparent und klar miteinander umgehen. All das gilt auch beim Verhalten im Arbeits- und Gesundheitsschutz, sowie im Umgang mit Arbeitsmitteln oder Fahrzeugen. Fehler dieser Art bezeichnet man dann als Ereignisse, also Unfälle oder zumindest Beinahe-Unfälle. Auch hier sollte man ein entsprechend positives Verhalten an den Tag legen, so wie bei Prozessfehlern oder technologischen Fehlern auch.

Welchen Effekt hat eine positive Fehlerkultur auf das Thema Prävention?

Analysiert und bespricht man gemeinsam Fehler, anstatt die Angst davor zu schüren, erreicht man beim Beschäftigten, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und Fehler nicht zu verschweigen. Der positive Umgang mit Fehlern hat aber noch einen anderen wichtigen Aspekt: Er kann helfen, das Betriebsklima zu verbessern.

Führungskräfte und Beschäftigte rücken in der Sache näher zusammen, anstatt Fronten zwischen sich aufzubauen, weil Ängste vor Konfrontation vorhanden sind. Unter dem Strich wird dadurch auch der Zugang zu den Beschäftigten verbessert. Gerade diesen Effekt brauchen wir, um auch den letztendlich wichtigsten Schritt bei allen Themen zur Prävention im Arbeits- und Gesundheitsschutz zu erreichen – nämlich den Beschäftigten selbst. Unfallzahlen werden in letzter Konsequenz nicht noch weiter gesenkt werden können, wenn zwar unternehmerische Verpflichtungen von Gesetzeswegen umgesetzt, unterwiesen und dokumentiert werden, jedoch die Beschäftigten keinen aktiven Willen zur Beteiligung zeigen. Ängste vor dem Versagen, sind dabei ein schlechter Helfer, um gerade dieses zu erreichen.

Schaffen Sie also nicht durch provozierte Ängste den Anreiz Fehler zu machen, sondern durch Motivation den Anreiz Fehler zu vermeiden.

ASS-Gerüstbau von Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau

Haben Sie weitere Fragen zur Umsetzung einer positiven Fehlerkultur? Benötigen Sie professionelle Unterstützung beim Thema Betriebliche Arbeitsschutzorganisation? Dann informieren Sie sich gerne auch unter www.basiss-net.de.

 

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