„Strahlkraft, die Mut macht“: Bundessieger der Deutschen Meisterschaft im Handwerk ausgezeichnet

Die Preisträger bei der Schlussfeier
ZDH/Martin Joppen

Zu Beginn der Feier richtete Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), bewegende Worte an die Siegerinnen und Sieger: „Sie alle haben mehr gewonnen als eine Auszeichnung. Sie haben sich auf dem Weg zu Ihrem Sieg auch einigen Herausforderungen stellen müssen. Sie haben erlebt, dass Durchhaltevermögen und Leidenschaft zum Erfolg führen. Sie haben Freundschaften entwickelt und Verantwortung für sich, für andere, für Ihr Gewerk übernommen. Von diesen Erfahrungen werden Sie ein Leben lang zehren!“

Dittrich hob zudem die gesellschaftliche Bedeutung des Handwerks hervor: „Wenn eine Handwerkerin oder ein Handwerker aus eigener Kraft seinen Beruf und sein Leben gestalten kann, dann gibt das Selbstvertrauen und daraus resultiert auch Sicherheit, die gegen Angst und ein Gefühl von Ohnmacht hilft. Das ist Macherstolz, das ist Handwerkerstolz. Und das hat Strahlkraft, die Mut macht und die in der Breite gesehen Land und Demokratie stabilisiert.“

Im Gerüstbauer-Handwerk richtete die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main die Meisterschaft Mitte November aus. Eingeladen waren die Landesbesten der Abschlussprüfungen im Winter 2024/2025 und im Sommer 2025, sofern sie die vom ZDH festgelegten Kriterien erfüllten – insbesondere hinsichtlich der Noten aus der praktischen und der fachtheoretischen Gesellenprüfung.

Zum Wettbewerb eingeladen waren insgesamt acht Landessieger, von denen sieben teilgenommen haben. Mehrere Aufgaben waren zu bewältigen:

  1. Ermittlung des Zeitbedarfs für den Auf- und Abbau eines Raumgerüstes
  2. Bestimmung von Last- und Breitenklasse sowie von maximalen Feldlängen eines Gerüstes für eine vorgegebene Nutzung
  3. Berechnung von Höhenunterschieden und erforderlichen Ausspindellänge zum korrekten Einmessen einer Kopfspindelplatte
  4. Fehlersuche an einem längenorientierten Fassadengerüst: Dokumentation der Fehler sowie der Maßnahmen zur Fehlerbeseitigung
  5. Bau eines Stahlrohr-Kupplungs-Gerüstes anhand einer technischen Zeichnung

Stefan Häusele, Vorstand der Sozialkasse des Gerüstbaugewerbes (Soka), war vom Engagement der jungen Gerüstbauer begeistert: „Die Teilnehmer waren sehr motiviert und haben mit hohem Tempo gearbeitet. Besonders bei der Fehlersuche und beim Einzelwerkstück lagen die Ergebnisse eng beieinander!“

Auch Stefan Höch, selbst Gerüstbauermeister und Prüfer, zeigte sich angetan: „Alle Teilnehmer haben auf einem sehr hohen Niveau gearbeitet. Man merkt, dass die Ausbildung im Gerüstbau bundesweit stark ist. Besonders beeindruckend war die Kombination aus handwerklicher Präzision und sicherheitstechnischem Verständnis – genau das, was unseren Beruf ausmacht.“

Folgende Auszeichnungen wurden schließlich vergeben:

  • 1. Bundessieg: Malte Treichel vom Ausbildungsbetrieb Gerüstbau Mank GmbH in Laage (Mecklenburg-Vorpommern)
  • 2. Bundessieg: Luan Krasnici vom Ausbildungsbetrieb Dschingo - Bau und Gerüstbau in Berlin)
  • 3. Bundessieg: Phillip Kortum vom Ausbildungsbetrieb STE-BA Gerüstbau GmbH in Weyhe (Niedersachsen)

Die Träger der Sozialkasse, der Bundesverband Gerüstbau und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, lobten für die erstplatzierten Kandidaten erneut je einen Geldpreis aus. Stefan Häusele und der Bewertungsausschuss konnten dem 1. Bundessieger so ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro überreichen. Der 2. Bundessieger erhielt ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Für die Leistung des 3. Bundessiegers gab es ein Preisgeld in Höhe von 250 Euro.

Über die Deutsche Meisterschaft im Handwerk

Seit 1951 messen sich jedes Jahr aufs Neue Absolventinnen und Absolventen der Berufsausbildungen im Handwerk in einem bundesweiten Wettbewerb. Aktuell nehmen rund 130 Gewerke an der Ausscheidung teil. Seit 2023 firmiert sie unter dem Titel „Deutsche Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills“. Die Teilnehmer müssen sich dabei auf mehreren Wettbewerbsstufen gegen die Konkurrenz behaupten: von der Innungs- und Kammerebene über die Landesebene bis hin zum Bundeswettbewerb der Landessiegerinnen und Landessieger.
Zielsetzungen des Wettbewerbs:

  • Herausstellen der Vorzüge der betrieblichen Ausbildung
  • Stärkung des Ansehens der beruflichen Arbeit im Handwerk
  • Werbung für das Handwerk
  • Förderung von begabten Lehrlingen in ihrer beruflichen Entwicklung
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedeutung der Ausbildungsleistungen des Handwerks
  • Stärkung der Rolle der Ausbildungsberater, Ausbilder, Lehrlingswarte, Mitglieder der Gesellen- und Abschlussprüfungsausschüsse und Unterstützung bei der Bewertung von Spitzenleistungen

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