Unternehmertagung in Hamburg – Weiterbildung und Netzwerken im Norden

Am 12. und 13. Februar trafen sich knapp 100 Gerüstbauunternehmerinnen und -unternehmer sowie Vertreterinnen und Vertreter von Herstellerfirmen in Hamburg zur diesjährigen Gerüstbauunternehmertagung der Landesbereiche Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Neben der Unfallprävention standen die neue Gefahrstoffverordnung sowie moderne digitale Technologien und KI im Fokus der Veranstaltung.
Traditionsgemäß bekommen bei der Gerüstbauunternehmertagung, die in Zusammenarbeit mit der BG BAU veranstaltet wird, die Themen Unfallgeschehen und Prävention besonderes Gewicht. In diesem Jahr ging der Referent der BG BAU, Heye Heykes, dabei unter anderem speziell auf die Pflichten der Gerüstnutzer ein. Demnach ist die regelmäßige Inaugenscheinnahme durch den oder die Nutzer ein wichtiges Instrument, um die Sicherheit des Gerüsts über die Bauzeit zu gewährleisten. Auch Mängel, wie beispielsweise nicht bestimmungsgemäße Veränderungen, die während der Nutzung erkannt werden, können auf diese Weise schnell behoben und Unfälle vermieden werden. Dass Nutzerschulungen sehr empfehlenswert sind, machte Heykes anhand eines Unfallbeispiels deutlich, bei dem Maurer ein Gerüst mit Steinen erheblich überlastet und so zum Einsturz gebracht hatten.
Des Weiteren erläuterte Heykes den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Ende 2024 verschickten Schreiben zu den Änderungen beim ASD der BG BAU, insbesondere bezüglich des Angebots an Eignungsuntersuchungen, über die wir an dieser Stelle ebenfalls berichtet haben. In seinem ausführlichen Vortrag zur Thematik konnte Heykes einige Missverständnisse ausräumen und offene Fragen beantworten.
Um Prävention ging es auch am zweiten Tag, als Vertreter der Firmen Würth und Ottobock verschiedene Exoskelette vorstellten. Derzeit stehen verschiedene Produkte zur Verfügung, die den Bewegungsapparat von Handwerkerinnen und Handwerkern entlasten. Auch in Sachen muskelunterstützender Technologien seien in näherer Zukunft weitere hilfreiche Entwicklungen zu erwarten.
Die Möglichkeiten moderner Computertechnik brachte der Landesbevollmächtigte von Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau für Hamburg, Christopher Busch, den Teilnehmern näher. Dazu hatte er eine VR-Brille mitgebracht, die der Unternehmer speziell bei der Azubigewinnung einsetzt. Bei überschaubarem Kostenaufwand kann er damit interessierten jungen Menschen den Beruf des Gerüstbauers auf Messen und sonstigen Veranstaltungen näherbringen.
Anschließend stand die neue Gefahrstoffverordnung auf dem Programm. Wolfgang Schäfer von der Geschäftsstelle in Köln legte die neuen Inhalte zur vermeintlichen Informations- und Mitwirkungspflicht des Veranlassers bei der Asbesterkundung dar und machte die Verschiebung der Verantwortlichkeiten hin zum ausführenden Handwerksunternehmen deutlich.
Der Abschluss des zweiten Tages stand unter dem Motto „Künstliche Intelligenz: Werkzeuge für das Handwerk“. Dazu hatten Sandra Holm und David Trapp vom Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg neben einem umfangreichen Vortrag zur aktuellen Entwicklung von KI-Tools zwei Workshops vorbereitet. So konnten sich die Teilnehmer ganz konkret über handwerkstaugliche Tools informieren und austauschen.
Insgesamt zeigten sich die Landesbevollmächtigten Christopher Busch (Hamburg), Leif Ebsen (Schleswig-Holstein) und Sven Lipke (Bremen) mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Sowohl thematisch als auch in Bezug auf das Angebot am Tagungsort, dem Gastwerk Hotel in Hamburg-Altona, waren es zwei gelungene Tage, in denen sich die Gerüstbauunternehmer aus dem Norden Deutschlands umfangreich weiterbilden und intensiv netzwerken konnten.