Talfahrt im Wohnungsbau setzt sich fort – Kürzungen bei Autobahn-Investitionen geplant

Wer auf eine Besserung gehofft hat, der sieht sich enttäuscht von den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts: Auch im Frühjahr 2024 ging es mit den Wohnungsbaugenehmigungen in Deutschland weiter bergab. Zudem sorgen Kürzungspläne bei den Autobahn-Investitionen für Verunsicherung.
Im April 2024, so die neuesten Zahlen, wurden in Deutschland erneut 17 Prozent weniger Wohnungen genehmigt als im bereits schlechten Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn wurden lediglich 17.600 Wohnungen genehmigt, während es vor zwei Jahren noch 31.150 waren. „Es ist ein regelrechter Absturz, ein Ende dieser Abwärtsspirale nicht absehbar“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa, die aktuellen Zahlen.
Auch im Gerüstbau ist derweil eine gewisse Nervosität spürbar. Zwar sind die Auftragsbücher vieler Betriebe einstweilen noch gut gefüllt, doch handelt es sich hier oft um Aufträge aus früheren, besseren Jahren. Die stetig sinkende Zahl der Baugenehmigung wird sich im Gerüstbau erst mit Verzögerung niederschlagen. Somit bleibt abzuwarten, ob der steigende Bedarf im Bereich Ausbau und Sanierungen das Minus im Neubau längerfristig auffangen wird.
Für zusätzliche Verunsicherung sorgen Pläne der Bundesregierung, die Investitionen in Autobahnen 2025 um 20 Prozent zu kürzen. Über 100 Baumaßnahmen müssten dann verschoben werden, rechnen Experten vor, darunter auch viele Brückenbauten, was wiederum den Gerüstbau treffen würde.
Spitzenverbände aus dem Bereich Bau, Logistik und Verkehr haben sich deshalb in einem gemeinsamen „Notruf“ an Verkehrsminister Volker Wissing gewandt: „Sollte die Bundesregierung keine ausreichenden finanziellen Mittel für den Bundesfernstraßenbau im aktuellen Verkehrsetat und der mittelfristigen Finanzplanung einstellen, hätte das fatale Folgen – ein Verkehrskollaps ist zu befürchten“, heißt es in der Erklärung. Auch für die Bauwirtschaft sei das Brückenbauprogramm wichtig: „Die Unternehmen haben ihre Kapazitäten aufgestockt, weil sie sich darauf verlassen haben, dass die von der Bundesregierung angekündigten Aufträge auch kommen“, betonten die Verbände. Jetzt säßen die Betriebe in der Warteschleife – mit finanziellen Einbußen.