Wohnungsbautag 2023: Bauwirtschaft schlägt Alarm

Krisenstimmung zum Wohnungsbautag am 20. April 2023: Seit Monaten sinken die Auftragseingänge, eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Die Bauwirtschaft appelliert deshalb an die Bundesregierung: Es braucht eine dauerhaft auskömmliche Förderung – und zwar über eine Legislaturperiode hinaus.
Die zentralen Akteure der Bau- und Immobilienbranche sind sich einig: Es muss etwas passieren! Nur wenn der Staat jetzt kräftig an allen verfügbaren Stellschrauben dreht, lasse sich ein „Desaster auf dem Wohnungsmarkt in letzter Minute noch abwenden“, hieß es bei der zentralen Veranstaltung zum Wohnungsbautag 2023 in Berlin. Neben einem entschlossenen „Milliarden-Booster bei der Förderung“ sei eine konsequente Überprüfung von Gesetzen, Verordnungen und Normen notwendig.
Das neue Förderprogramm zum klimafreundlichen Neubau weise zwar im Grunde den richtigen Weg, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa. „Die an die Förderung gebundene, um die Lebenszyklusanalyse erweiterte Nachweisführung zur Einhaltung des EH-40-Standards scheitert aber in der Praxis.“ Es mangele an ausreichenden Kapazitäten zur Nachweisführung, noch dazu sei diese viel zu kompliziert. „Wir brauchen hier schnellstens klare und einfache Bedingungen“, so Pakleppa.
Auch die Gerüstbaubranche spürt mittlerweile den Rückgang bei der Neubautätigkeit. Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau unterstützen daher die Forderungen aus der Baubranche: „In Deutschland wird Wohnraum langfristig benötigt. Deshalb muss jetzt Schluss sein mit der restriktiven Förderpolitik. Was wir brauchen, ist eine langfristige Perspektive", betont Bundesinnungsmeister und Verbandspräsident Marcus Nachbauer.