Vor dem Wohnungsgipfel: Baubranche fordert Maßnahmenpaket

Die aktuellen Zahlen machen es deutlich: Die Krise im Wohnungsbau spitzt sich zu. Vor dem Wohnungsgipfel im Bundeskanzleramt fordern Handwerksverbände deshalb ein klares Signal seitens der Ampel-Regierung.
Seit fast einem Jahr gehen die Baugenehmigungen in Deutschland jeden Monat um einen zweitstelligen Prozentsatz nach unten. Im Juli 2023 waren es gar 31,5 Prozent weniger als im selben Monat vor einem Jahr. Die Branche spricht von alarmierenden Zahlen und freiem Fall.
Bundeskanzler Olaf Scholz lädt deshalb am 25. September zum Wohnungsgipfel ins Kanzleramt. Reichlich spät, findet der Vorsitzende des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich. „Es ist unverständlich, warum die Bundesregierung nicht längst aktiv geworden ist, um die Abschussfahrt im Bausektor endlich abzubremsen“, so Dittrich gegenüber dem „Handelsblatt“. Vom Gipfel fordert er ein umfassendes Maßnahmenpaket – nicht nur für den Wohnungsbau, sondern für die Baubranche im Allgemeinen.
Auch der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Felix Pakleppa, wendet sich mit einer klaren Forderung an die Ampel-Koalition. „Wenn die Bundesregierung Milliarden für die Automobilindustrie, Chipfabriken und Industriestrom hat, sollte ihr auch der soziale Frieden auf dem Wohnungsmarkt ein paar Milliarden an Investitionen wert sein.“
Bundesinnung und Bundesverband Gerüstbau schließen sich diesen Forderungen an: „Die Bauwirtschaft ist traditionell der Motor der Konjunktur in Deutschland“, betont Bundesinnungsmeister und Verbandspräsident Marcus Nachbauer. „Die Bundesregierung muss jetzt klare Kante zeigen und mit konkreten Maßnahmen der Baubranche unter die Arme greifen, sonst wird sich die Talfahrt weiter fortsetzen.“